Hallo ebs,
ich habe die Diskussion verfolgt, weil ich zunächst überhaupt nicht wusste, worum es geht. Habe es jetzt aber verstanden, zumindest glaube ich es.
Vielleicht kannst Du aber mal kurz lesen, wie es es verstanden habe: (ganz einfach beschrieben)
Je weiter die YX-Mikrofone auseinandergedreht werden, um so schneller werden die Pegeldifferenzen von links oder rechts stehenden Schallquellen größer. Bei 16 bis 18 dB Differenz ortet das Ohr eine Schallquelle bereits ganz links bzw. rechts. Steht eine Quelle weiter außen, kann sie nicht weiter nach links oder rechts heraus geortet werden. Kannst Du dieser einfachen Erklärung noch zustimmen?
Was mir aber auch auffällt ist, dass die Fläche, von der Schall auf zumindest ein Mikrofon trifft, bei größeren Achsenwinkeln wächst. Das macht mir bei Live-Anwendungen Sorgen. Wenn ich also XY Live verwenden will, könnte ich anhand Deiner Erklärungen die optimale XY-Anordnung (also den besten Winkel für die entsprechende Klangkörperbreite) ermitteln, bekomme dann aber Probleme mit Rückkopplungen. Ist das aus Deiner Sicht auch so, oder habe ich da einen Denkfehler?
Und nun zum Dritten (und letzten). Weil ich bei XY, MS, Blumlein, ORTF und NOS im Livebetrieb zuviel Schall von der PA in die Mikrofone bekomme, habe ich mich für Laufzeitmikrofonieverfahren entschieden. Ich verwende meistens ein AB-Verfahren mit 2-3 m Mikrofonabstand etwa 1-2 m vor dem 6-10m breiten Klangkörper. Je halliger der Raum, um so näher muss ich an den Klangkörper und um so weiter müssen die Mikrofone auseinander. Da ich die (Nieren-) Mikrofone parallel nach vorne ausrichte, empfangen sie wenig Schall von der PA und ich habe wenig Probleme mit Rückkopplungen. Dabei habe ich bemerkt, dass diese großen AB-Anordnungen neben Laufzeitdifferenzen auch Pegeldifferenzen aufnehmen. Das wird vermutlich weniger an den Empfindlichkeitskurven der Mikrofone liegen, sondern mehr an dem Abstand der Schallquellen zu den Mikrofonen. Ist ein Mikrofon doppelt so weit von der Schallquelle entfernt wie das andere, bedeutet nach meinen einfachen Erfahrungen näherungsweise 6dB Pegeldifferenz. Somit bekomme ich bei der Laufzeitanordnung recht gute Richtungsabbildungen. Um eine vollständige Richtungsabbildung zu erhalten, müsste ein Mikrofon achtmal soweit von einer Schallquelle entfernt sein, als das andere. Damit erreiche ich bei dieser AB-Anordnung nie die volle Stereobreite. Stimmt mein Verständnis noch? (vermutlich nicht, oder?)
Fallen Dir Alternativen zur Mikrofonierung eines geradlinig aufgestellten Chores ein? Ich würde nämlich gerne auch mal andere Mikrofonverfahren ausprobieren. Was würdest Du empfehlen? Sollte sich der Chor lieber halbrund aufstellen?
Meine Güte, jetzt habe ich viele Fragen gestellt. Hast Du überhaupt Zeit, die alle zu beantworten?
Beste Grüße
Wolfgang
