Ich besitze zwei Sennheiser MD 421 HL (unsymmetrische Beschaltung). Ich möchte dies an mein Mischpult mit normalen symmetrischen XLR Eingängen anschliessen. Nun, ich habe schon verschiedene Beschaltungen probiert, es funktioniert - allerdings bleibt immer ein gewisses Restbrummen. Wie sieht die optimale Beschaltung des XLR Steckers aus ? Soll ich unsymmetrisch Verkabeln (wenn ja- welcher Pin wohin?) und über eine D.I. Box gehen ? Danke für eure Hilfe
Ich lasse mich ja immer gerne eines Besseren Belehren, aber: es gibt kein unsymetrisches MD 421. Zugegebener Weise weiß ich nicht was das HL soll, aber egal. Früher hatten die Sennheiser noch groß oder klein Tuchel, aber auch symetrisch. Und der XLR sieht immer gleich aus von der Belegung her: 1 = ground 2 = + 3 = - wenn an einem XLR etwas asymetrisch angeschlossen wird, kommt zwischen 1 und 3 eine Brücke rein. Eine DI Box macht bei einem Mikro so keinen Sinn, da diese im EIngang für Linepegel ausgerichtet sind und somit hinten nix mehr rauskommt. Aber wie gesagt, soweit ich weiß gab es nie ein asymetrisches MD 421 3
Das MD 421 HL hat intern einen Übertrager, der die Wahl lässt, ob man es nieder- oder hochohmig beschalten will. Der Ausgang ist , sowie ich das vestehe , jedoch unsymmetrisch. Siehe: http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/24094.htm
Lieber Egonome, lieber Bernd, es gibt -gerade auch bei Sennheiser- ein intensives Leben vor dem Jahre 1967 und infolgedessen eine Zeit, die ausschließlich von der Röhre bestimmt ist und mit ihrer -im übertragerlosen Falle- zwangsläufig hochohmigen Anlage einherging. Dem stellte sich auch im Labor W, weshalb man von den Leitfossilien des deutschen Mikrofonmarktes, Typ MD21/421, selbstverständlich auch HL-Typen anbot, die jedoch im von Bernd genannten Post NICHT angeführt sind, da dort gerade die HL-Version (vgl. Sennheisers Mikrofonfibel, 13. Auflage, S. 36) fehlt. Wenn jene Bauform 'HL' heute nicht mehr bekannt ist, liegt das nicht am Prinzip, sondern am Lebensalter des betreffenden Posters. Der interne Transfomator, den Sennheiser vorsah, war ein Spartrafo, der unsymmetrisch arbeitete (Modulation auf 1 und 2 bzw. 2 und 3) und daher mit Phantomspeiseweichen nicht gemeinsam betreibbar ist. Nachdem heute hochohmige Eingänge selten geworden sind, im professionellen Betrieb nie eine Rolle spielten, ja selbst bei den heutigen Amateureingängen ungebräuchlich sind, empfehle ich den Ausbau des Übertragers und eine klassische Verdrahtung nach dem System 'N' oder '2' der Wedemark-Bissendorfer. Hans-Joachim
vielen Dank für die kompetente und hilfreiche Antwort. Ich denke ich werde die Spartrafos ausbauen. Jetzt habe ich nur noch eine Frage: Wie kann man das MD421 öffnen und schliessen ohne es zu beschädigen ? Welche Werkzeuge benötige ich ? Nochmals danke für die Hilfe !
Lieber Bernd, den geschilderten 'Umbau' habe ich vor Jahrzehnten zwei Male ausgeführt, kann mich daran aber leider nicht mehr en detail erinnern. Nachdem ich kein besonderer Fachmann für dynamische Mikrofone bin und erst recht nicht war, damals aufgrund studentisch-finanzieller Engpässe noch wesentlich vorsichtiger war als heute, keinerlei Spezialwerkzeug besaß, die Bedeutung von Resonanzkammern in einem dynamischen Mikrofon aber sehr wohl abschätzen konnte, dürfte nicht viel mehr gelaufen sein, als die Öffnung der Anschlussbuchsenkammer. Zu ihr erhält man Zugang, indem man die Befestigungsschraube der Anschlusseinheit löst. Dabei kommt wahrscheinlich schon der Übertrager 'mit'. Die Schraube befindet sich unter dem Alu-Firmenschild, dessen nasenartigen Fortsatz man ein wenig hochbiegt, so dass das Firmenschild aus seiner Führung gezogen werden kann. Daraufhin kann man die dann sichtbar werdende 3-mm-Senkkopfschraube herausdrehen, womit der Steckanschluss freigegeben ist. Daraufhin kann man ins Gewürge blicken.... Ich meinte, in meinen reichhaltigen, historischen Beständen auch einmal eine Explosionszeichnung des MD421 besessen zu haben, kann diese aber zumindest auf meinen (bitte übersichtlich organisierten!) Festplatten nicht finden. Auch unter meinen gedruckten Matrialien war nichts.... Sollte aber etwas auftauchen, melde ich mich. Hans-Joachim Die halteschraube
Hallo Hans Joachim, da ich vor kurzem das Vergnügen hatte einige Groß-Tuchel MD421 auf XLR umzubauen, eine kleine Ergänzung. Das mit der M3-Schraube ist soweit richtig. Man kann den Rest des Mikros ausbauen, indem man eine Mutter löst, die man in dem Anschlußfach hinten zentral vorfindet . Dann kann man die restliche Mikrotechnik nach vorne abziehen. Dazu muß man aber auf alle Fälle den Stecker ablöten. Könnte evtl. zum Arbeiten besser sein. Herzlichen Gruß Markus Przybilla
Hallo, diesen Umbau hatte ich auch schon öfter vor. Es scheiterte aber an den Materialien. Welche XLR Stecker hast du benutzt? Gibt es diese passgenau von Sennheiser als Ersatzteil? Gruß Frank.
Hallo Frank, von Sennheiser gibt/gab es dafür Umbausätze. Ist ganz einfach Großtuchel raus /XLR rein. Frag doch bei den Wedemarkern einfach mal nach. Gruß Markus Przybilla